Die Bundesregierung will die Bürger stärker zum Stromsparen motivieren. Um das zu erreichen, sollen die Energieberatungen der Verbraucherzentralen zusätzlich sechs Millionen Euro pro Jahr erhalten, bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage von ZEIT ONLINE. Das ist doppelt so viel wie bisher.

Bereits ab Oktober werden die Verbraucherzentralen ihre Energieberatungen ausweiten und neu organisieren. Mittelfristig sollen mindestens 200 zusätzliche Berater angestellt werden, heißt es vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Schon jetzt beraten die Verbraucherzentralen rund 100.000 Bürger im Jahr und erhalten dafür rund sechs Millionen Euro pro Jahr aus dem Bundesetat.

"Die Energiewende muss in den Haushalten ankommen", sagt Peter Kafke, Energiefachmann beim VZBV. "Die Energiewende sollte sich nicht nur um Strompreise drehen, sondern auch darum, was jeder Haushalt leisten kann." Fachleute schätzen das Stromeinsparpotenzial bei Privathaushalten auf rund 30 Prozent. Bis 2020 will die Regierung den Stromverbrauch um zehn Prozent mindern.

Bisher mussten Bürger die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen selbst aufsuchen. Nur im Ausnahmefall kam der Fachmann nach Hause, ein solcher Termin kostete bislang 45 Euro. Zukünftig werden die Energieberater standardmäßig die Bürger zu Hause besuchen. Die Energieberater machen sich auf die Suche nach Stromfressern, schauen sich die Stromrechnung an, geben Tipps beim Heizen und für stromsparende Geräte . Rund eine Stunde soll ein Termin etwa dauern.

ZehnEuro kostet der Basischeck

Wenn ein Zweipersonenhaushalt etwa auf einen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden Strom im Jahr käme, gebe es auf jeden Fall noch Sparpotenzial, so Kafke. "Der Schwerpunkt ist das Gespräch, denn nur so hat die Beratung auch wirklich Sinn", sagt Kafke.

Dieser Basischeck zu Hause, der sich vor allem an Mieter richtet, wird künftig statt 45 Euro nur noch zehn Euro kosten. Für einkommensschwache Haushalte, etwa Hartz-IV-Empfänger, ist er kostenlos. Wohneigentümer können außerdem den Gebäudecheck für 20 Euro machen lassen. Hier geben Fachleute Empfehlungen für eine bessere Wärmedämmung und die richtige Einstellung der Heizungs- und Regelungstechnik.