Der Wirtschaftsnobelpreis geht an die beiden amerikanischen Ökonomen Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley. Das teilte die Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm mit.

Roth und Shapley erhalten den Preis für ihre Forschung zum Design von Märkten und ihre Theorie "stabiler Verteilungen". Ihre Arbeit zielt auf ein zentrales Problem der Ökonomie: wie verschiedene Akteure auf bestmögliche Art und Weise zusammenkommen.

Die Ökonomen erforschen seit Jahren, wie Märkte funktionieren, vor allem, wenn kein Geld im Spiel ist. Ein Beispiel für einen solchen Markt ist das Hochschulsystem, wo oft eine begrenzte Zahl von Studienplätzen einer gewissen Zahl an Bewerbern gegenübersteht.

Während Shapley das theoretische Grundgerüst lieferte, hat Roth in den vergangenen Jahren seine Forschung dazu genutzt, Märkte so auszugestalten, dass sie das bestmögliche Ergebnis liefern.

Roth, der an der Harvard Business School in den USA lehrt, war zum Beispiel am Aufbau eines Tauschmarktes für Spendernieren beteiligt. Auch konstruierte er einen Markt, der die Verteilung von New Yorks Schülern auf die High Schools New Yorks regelte. Seine Arbeit fußte dabei maßgeblich auf den Theorien Shapleys, emeritierter Professor der Universität von Kalifornien .

Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 930.000 Euro (8 Millionen Kronen) dotiert. Der Wirtschaftsnobelpreis wird erst seit 1969 vergeben und geht nicht auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück, wird allerdings nach dem gleichen Verfahren vergeben wie die Nobelpreise für Medizin, Physik und Chemie.

Jedes Jahr werden zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge in jeder einzelnen Kategorie eingereicht. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften an die US-Ökonomen Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims . Sie untersuchten die Zusammenhänge zwischen wirtschaftspolitischen Entscheidungen und ihrer Wirkung auf die Realwirtschaft.

Letzter deutscher Preisträger war 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten. Elinor Ostrom ist die einzige Frau, die den Preis bislang erhalten hat.

In den vergangenen Tagen wurden bereits der Friedensnobelpreis sowie die Auszeichnungen für Medizin , Physik , Chemie und Literatur verkündet. Verliehen wird der Preis jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.