Jahrelang ist die Zahl der Arbeitsplätze in der deutschen Solarbranche gestiegen – nun ist ein gegenläufiger Trend festzustellen. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, sagte der Berliner Zeitung : "Wir schätzen, dass im Rahmen der Konsolidierungswelle der vergangenen Monate nach ersten Erhebungen etwa 30.000 Jobs in Deutschland verloren gegangen sind." Die Zahl der Arbeitsplätze sei von 130.000 auf 100.000 zurückgegangen.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Unternehmen der Branche Insolvenz angemeldet, darunter dQ-Cells, der einst größte Solarzellenhersteller der Welt aus Sachsen-Anhalt . Die Produktion läuft dort aber wieder auf halber Auslastung.

Körnig sagte, die Produktionskapazitäten seien schneller gewachsen als die Nachfrage. Zugleich habe die deutsche Politik vielen mittelständischen Unternehmen den Kapitalzugang erschwert, indem sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz in drei Jahren viermal geändert habe.

Jeder zweite Euro im Ausland verdient

Allerdings werde Solarstrom in immer mehr Regionen der Welt wettbewerbsfähig, die globalen Absatzmärkte wüchsen rapide. Heute verdienten deutsche Solarunternehmen jeden zweiten Euro im Ausland.

Körnig sprach sich dafür aus, Photovoltaik trotz der Debatte um die hohen Förderkosten weiter in Deutschland auszubauen. "Wir wollen bis 2020 den Solaranteil an der deutschen Stromversorgung auf mindestens zehn Prozent verdoppeln und langfristig mithilfe von Speichern auch 20 bis 30 Prozent Solaranteil am deutschen Strom-Mix erreichen", sagte er. Die Preise der Photovoltaik seien so drastisch gefallen, dass Solarenergie zukünftig kein Kostentreiber sein werde.