Zahlreiche Journalisten haben in Griechenland die Arbeit niedergelegt. Aus Protest gegen Entlassungen, Verzögerung ihrer Bezahlung und hohe Arbeitslosigkeit sind sie in einen 24-stündigen Streik getreten. Seit sechs Uhr Ortszeit gibt es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten- und Informationssendungen mehr. Am Mittwoch sollen keine Zeitungen erscheinen.

Dimitris Trimis, Präsident des Journalistenverbands ESIEA, der zum Streik aufgerufen hatte, sagte, fast jeder zweite Journalist sei von der Krise betroffen. Die harte Sparpolitik habe die Presse in den Abgrund gerissen.

Der Protest bildet den Auftakt zu einem für Mittwoch angekündigten Generalstreik. Dann werden unter anderem Staatsbedienstete, Seeleute, Lehrer und Busfahrer sowie die Eisenbahner streiken. Krankenhausärzte wollen nur Notfälle behandeln. Im Luftverkehr wird mit Behinderungen und Verspätungen gerechnet. Zudem sind mehrere Demonstrationen angekündigt.

Derweil hat Frankreichs Präsident François Hollande bei einem Besuch in Athen Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras versichert, dass das Land bei seinen Reformbemühungen weiter auf die Unterstützung Frankreichs bauen könne. Hollande vertrat die Ansicht, die Euro-Währungskrise sei vorüber. Allerdings sei die Wirtschaftslage in Europa und auch in seinem Land schwierig.

Hollande fordert mehr Investitionen in Griechenland

Hollande wandte sich gegen einen reinen Sparkurs: "Wir müssen dafür sorgen, dass Wachstum und Arbeit zurückkommen. Wir brauchen in Europa mehr Wachstum, dadurch werden wir unsere Ziele zur Reduzierung der öffentlichen Defizite erreichen können", sagte er. Französische Unternehmer rief er zu Investitionen in Griechenland auf.

Samaras sagte mit Blick auf Frankreich und Deutschland: "Die beiden stärksten Partner unterstützen uns." Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias warnte vor den Folgen einer anhaltenden Rezession. "Wir stehen vor einer sozialen Explosion, wenn wir mehr von diesem Volk fordern", sagte Papoulias. "Sie haben wirklich die Grenze des Ertragbaren erreicht." Der französische Präsident traf anschließend mit Unternehmern aus beiden Staaten zusammen.

Der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou kritisierte im Zusammenhang mit dem Besuch den Streik des Journalistenverbands: Der Versuch, Nachrichten über den Hollande-Besuch zu "unterdrücken", sei eine "noch nie dagewesene" Aktion. Die Online-Auftritte großer Zeitungen wie Ta Nea , To Vima oder Kathimerini berichteten aber über Hollandes Visite.