Die Finanz- und Wirtschaftskrise in den palästinensischen Gebieten könnte sich massiv verschlimmern. Davor warnt die Weltbank und fordert immense politische Anstrengungen , um die langfristigen Bedingungen für Unternehmen und Banken im Gazastreifen und Westjordanland zu verbessern.

Der Weltbank zufolge nimmt das palästinensische Wirtschaftswachstum weiter ab, während das Haushaltsdefizit 2012 rund 717 Millionen Euro betrug. Die Exporte machen demnach nur rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – das ist eine der niedrigsten Quoten der Welt.

Die Entwicklungsexperten machen diesen Niedergang vor allem an der israelischen Blockadepolitik fest. "Je länger die derzeitige restriktive Situation andauert", so schreiben sie in ihrem Bericht, "desto teurer und zeitaufwändiger wird es sein, die Produktionskapazitäten der palästinensischen Wirtschaft wiederherzustellen".

Geberkonferenz in Brüssel

Das Wirtschaftsleben in den von der palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Gebieten ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Durch die restriktiven Grenzkontrollen ist es nur noch wenigen Palästinensern erlaubt, im israelischen Nachbarstaat zu arbeiten, viele Handelsbeziehungen zum Ausland wurden unterbunden. Die Menschen sind weitgehend von den Hilfszahlungen der internationalen Gemeinschaft abhängig.

Allerdings nehmen diese Zahlungen immer weiter ab. Auch dies sieht die Weltbank mit Sorge und befürchtet, dass sich die Krise dadurch in diesem Jahr noch verschlimmern könnte. Ein weiterer Grund sei, dass Israel Zolleinnahmen zurückhalte und bislang nicht deutlich gemacht hat, ob und wann diese ausgezahlt werden sollen.

Die Zahlen und Argumente der Weltbank dürften auch auf die Tagesordnung einer Konferenz am kommenden Dienstag in Brüssel kommen. Dann treffen sich dort internationale Geber, um über die weitere Unterstützung für die Palästinenser zu beraten.