Die chinesische Industrie ist einer Umfrage zufolge im März vor allem dank der Binnennachfrage gewachsen. Laut Daten der britischen Großbank HSBC stieg der Einkaufsmanagerindex von 50,4 Punkten im Februar auf 51,6 Punkte im März.

Der Index lag damit sechs Monate in Folge über 50 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex gilt als Indikator für die Konjunkturentwicklung. Ein Wert oberhalb der 50-Punkte-Schwelle deutet auf eine Expansion der Wirtschaft hin. An den asiatischen Börsen drückten die Konjunkturdaten aus China dennoch auf die Stimmung, weil der Index hinter den Prognosen von Experten zurückblieb.

Der Chefvolkswirt der HSBC für China , Hongbin Qu, schrieb, die anhaltende Nachfrage aus dem Inland werde die Wirtschaft auch in den kommenden Monaten stützen, allerdings werde das Wachstum keine großen Sprünge machen.

Abkehr vom Wachstum um jeden Preis

Die chinesische Wirtschaft ist dabei, sich von dem stärksten Rückgang seit 13 Jahren zu erholen, 2012 war die Wirtschaftsleistung nur um 7,8 Prozent gewachsen. In den Jahren zuvor waren die Raten fast jedes Jahr zweistellig.

Für dieses Jahr strebt die chinesische Führung ein Wachstum von 7,5 Prozent an. Dieses Ziel gab der scheidende Premierminister Wen Jiabao auf dem Nationalen Volkskongress Anfang März bekannt. In seiner Rede forderte Jiabao erstmals eine Abkehr vom "Wachstum um jeden Preis", er kritisierte die wirtschaftliche Entwicklung Chinas als "unausgewogen, unkoordiniert und nicht aufrechtzuerhalten".

Während das Wachstum nachlasse, würden Überkapazitäten in der Produktion zunehmen. Nach Meinung von Experten dürfte die Vorgabe von 7,5 Prozent allerdings übertroffen werden.

Einstellige Wachstumsraten sind nach Ansicht von Experten zu verkraften. Ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 7,5 Prozent für 2013 entspricht in absoluten Zahlen einem Plus von fast vier Billionen Yuan (493 Milliarden Euro). Zum Vergleich: 2010 wuchs Chinas Wirtschaft mit 10,3 Prozent ebenfalls um 4,1 Billionen Yuan. In absoluten Zahlen ist das Wachstum 2013 also nicht viel geringer als im Boomjahr 2010.