Die Euro-Finanzminister wollen sich in Dublin auf die Details des Hilfsprogramms für Zypern einigen. Allerdings ist kurz zuvor bekannt geworden, dass das Land für seine Rettung viel mehr Geld benötigt als ursprünglich angenommen . Die Inselrepublik braucht nun statt der ursprünglich veranschlagten 17,5 Milliarden gut 23 Milliarden Euro, hieß es in Nikosia.

Allerdings soll Zypern das zusätzliche Geld selbst aufbringen, die internationalen Partner wollen nach wie vor zehn Milliarden bereitstellen. Dabei soll der Großteil der Hilfen mit neun Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsfonds ESM kommen. Der IWF beteiligt sich mit einer Milliarde Euro am Rettungspaket. Zypern selbst soll nun 13 Milliarden Euro beisteuern.

Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden sagte, dass es keine höheren Hilfskredite für Zypern geben werde: "Wir können hier nicht weiter gehen." Zypern werde die zusätzlichen Mittel sicherlich aufbringen können. "Alles zusammen wird dieses Paket am Ende doch erfolgreich machen", sagte er.

So werden Anleger mit Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro mit einer Sondersteuer belastet und Banken abgewickelt. Geplant sind zudem höhere Unternehmenssteuern, eine Abgabe auf Kapitalgewinne und Einnahmen aus Privatisierungen. Außerdem ist im Gespräch, teilweise an die Goldreserven zu gehen. Nach der Grundsatzeinigung der EU-Finanzminister auf das Programm müssen noch die nationalen Parlamente zustimmen, auch der deutsche Bundestag. Das erste Geld könnte im Mai fließen.

Weitere Sparbeschlüsse in Portugal gefordert

Ein weiteres Thema der Euro-Finanzminister ist die Lage in Portugal . Dort sind neue Sparbeschlüsse nötig, um die Vorgaben der internationalen Geldgeber einzuhalten. Die Verfassungsrichter in Lissabon hatten Teile des Etats der Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho gekippt.

EU-Währungskommissar Olli Rehn forderte von Portugal ein Bekenntnis zum Sparkurs als Voraussetzung für weitere Hilfen. "Portugal muss die Löcher füllen, die die jüngste Gerichtsentscheidung gerissen hat. Ich bin zuversichtlich, dass die Regierung das schaffen wird", sagte er der Zeitung Die Welt .