Die Stadt Los Angeles wirft der Deutschen Bank vor, einer der größten Slumlords der Millionenmetropole zu sein. Der Streit um Zwangsräumungen von Wohnungen schwelt seit Jahren, jetzt wird es zum Prozess kommen. Ein Antrag der Deutschen Bank, die Klage der Stadt zurückzuweisen, wurde von einem Gericht verworfen.

Los Angeles hatte im Frühjahr 2011 Klage eingereicht. Die Deutsche Bank habe viele Menschen nach dem Platzen der US-Immobilienblase zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben und danach Hunderte Anwesen verfallen lassen. Das führe gerade in ärmeren Vierteln der Stadt zu einer höheren Kriminalität als vor der Finanzkrise – mit entsprechend steigenden Ausgaben für den Steuerzahler.


Die Anwältin der Stadt, Carmen Trutanich, zeigte sich zufrieden . Jetzt könne der Fall vorangetrieben und die Deutsche Bank für ihre "untragbaren Geschäftspraktiken" zur Verantwortung gezogen werden. Nach Angaben der Stadt drohen dem Geldhaus Entschädigungszahlungen von mehreren Hundert Millionen Dollar. 2.500 Dollar fordert die Stadt für jeden Tag und jedes baufällige Haus, das die Stadt absichern musste.

Deutsche Bank weist Verantwortung zurück

Die Deutsche Bank kündigte an, sich vor Gericht entschieden zur Wehr zu setzen. Die Klage richte sich an die falsche Adresse. Denn nicht die finanzierende Bank sei für den Zustand der Anwesen verantwortlich, sondern die sogenannten Servicer – Firmen, die als Dritte zwischen den Banken und den Kunden vermitteln, indem sie die Ratenzahlungen für Hypotheken eintreiben und bei Kreditausfällen die Zwangsräumungen einleiten.

Unmittelbar nach dem Crash auf dem US-Häusermarkt war das Geschäft dieser Servicer sehr lukrativ, sie kassierten dafür hohe Gebühren. Doch nach dem öffentlichen Aufschrei in vielen amerikanischen Großstädten hat die Regierung diese Geschäfte stark reglementiert.