Die Hinweise für eine stufenweise Eröffnung des geplanten Hauptstadt-Flughafens in Schönefeld verdichten sich. Airport-Chef Hartmut Mehdorn sagte dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), es gebe keinen Grund dafür, dass alle auf einmal umziehen. "Wir werden das also scheibchenweise machen." Schon vor drei Wochen hatte Mehdorn angedeutet, man könne den neuen Flughafen nach und nach in Betrieb nehmen. Damals hatte er allerdings auch betont, es gebe keinen Beschluss über eine solche Vorgehensweise.

Wie das Magazin Focus unter Berufung auf Flughafenexperten berichtet, könnte der Airport bei einer Teilinbetriebnahme bereits im Jahr 2014 eröffnet werden. Mehdorn kündigte in dem RBB-Bericht an, spätestens im August bekanntzugeben, wann mit der Inbetriebnahme des BER begonnen wird.  Zudem will der Flughafenchef die ursprünglich geplante Sanierung der alten Startbahn Nord am Flughafen Schönefeld auf die Jahre 2016 oder 2017 verschieben.

Der Flughafen Berlin-Tegel soll nach Mehdorns Vorstellungen zudem länger als geplant offen gehalten werden. Das Nebeneinander der Airports sei für ihn kein Problem. "Tegel ist ja heute unser Hauptgewerk, wo wir unser Geld verdienen, und das funktioniert sehr gut", sagte Mehdorn. "Es sind also drei Flughäfen, die wir zur Zeit parallel bearbeiten, und ich glaube, es ist für uns kein Problem, die auch parallel zu betreiben."

Mehdorn äußerte sich in einem Beitrag des RBB-Fernsehens mit dem Titel "Neustart in Schönefeld? Ein Jahr nach dem BER-Debakel", die am Dienstagabend ausgestrahlt wird.

Die Inbetriebnahme des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutz-Anlage. Wegen der Verzögerungen müssen die beiden bestehenden Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld das bereits für den BER geplante erhöhte Aufkommen an Flügen bewältigen.