Die portugiesische Regierung hat mit der Gläubiger-Troika eine Einigung über ein neues Sparprogramm erzielt und damit den Weg frei gemacht für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von zwei Milliarden Euro. Die Vertreter der Troika hätten ihre Überprüfung beendet und keine Hürden für die Auszahlung ausgemacht, hieß es in einer Mitteilung der Regierung aus Lissabon .

Die Regierung habe bei einer außerordentlichen Kabinettssitzung den Prüfbericht der Troika, bestehend aus EU , Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfond ( IWF ), gebilligt. Finanzminister Vitor Gaspar will die Ergebnisse der siebten Überprüfung durch die Troika den anderen Euro-Finanzministern vorstellen, die am Montagnachmittag in Brüssel zusammenkommen.

Die im Februar begonnene Überprüfung von Portugals Sparanstrengungen durch seine Gläubiger hatte sich schwieriger gestaltet als die vorherigen. Grund war insbesondere, dass das portugiesische Verfassungsgericht mehrere Sparmaßnahmen, die für den Etat im laufenden Jahr beschlossen worden waren, Anfang April für nichtig erklärt hatte . Dadurch klaffte im Sparprogramm der Regierung eine Lücke von rund 1,25 Milliarden Euro.

Regierungschef Pedro Passos Coelho stellte daraufhin ein neues Sparpaket vor, das unter anderem den Abbau von 30.000 Stellen im öffentlichen Dienst, die Ausweitung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 66 Jahre vorsieht. Die Maßnahmen sollen den Staatshaushalt bis 2015 um 4,8 Milliarden Euro entlasten. Dies soll dazu beitragen, dass Portugal sein Haushaltsdefizit bis Jahresende auf 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2014 auf vier Prozent und 2015 schließlich unter die von der EU vorgesehene Defizitgrenze von drei Prozent senkt.

Das im Mai 2011 geschnürte Rettungspaket sieht vor, dass EU, EZB und IWF Portugal mit insgesamt 78 Milliarden Euro unterstützen. Davon können zwei Milliarden Euro nun ausgezahlt werden. Nach der Einigung auf das neue Sparpaket hofft die Regierung in Lissabon außerdem, die Verlängerung der Laufzeiten bei der Rückzahlung des milliardenschweren Hilfskredits aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF zu erzielen.