Arbeiter eines US-Fabrik in China halten seit fünf Tagen ihren Arbeitgeber aus den USA fest. "Sie sagen unerbittlich, ich müsse hier bleiben und im Büro leben", sagte der Manager Chip Starnes. "Sie haben gesagt, mein Büro sei sehr schön, ich könne mich also nicht beklagen."

Starnes war zu dem Werk der Firma Specialty Medical Supplies im Norden Pekings gereist, um 30 der 130 Arbeiter zu entlassen. Seitdem halten ihn die verbliebenen 100 Beschäftigten fest. Auch der chinesische Chef des Standorts und der Buchhalter können das Werk demnach nicht verlassen.  

Starnes wird von den Behörden nach eigenen Angaben dreimal täglich mit Mahlzeiten versorgt, zudem sorge die Polizei dafür, dass keine Gewalt ausbreche. Eingreifen in den Konflikt wollten die Behörden nicht.

Der örtliche Gewerkschaftsvertreter Chu Lixiang wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob der Firmenchef festgehalten wird. "Er ist in seinem Büro und verhandelt", sagte er nur. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge schuldet die US-Firma den Arbeitern zwei Monatslöhne.

Starnes sagte, nur die 30 entlassenen Beschäftigten hätten durch einen mittlerweile behobenen Fehler zwei Monate lang kein Geld erhalten. Ihm zufolge wollen auch die übrigen 100 Beschäftigten entlassen werden und eine großzügige Abfindung erhalten. Diese könnte demnach bei langfristig Beschäftigten bis zu einem Jahresgehalt betragen.