Die Krise der französischen Wirtschaft wird immer größer. Von Januar bis März 2013 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken, teilte die französische Statistikbehörde Insee mit. Es ist die zweite Rezession in Frankreich seit dem Jahr 2009. 

Bereits im vierten Quartal 2012 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone um 0,2 Prozent zum Vorquartal geschrumpft. Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn eine Volkswirtschaft in zwei Quartalen in Folge schrumpft.

Belastet wurde die Wirtschaftsentwicklung im Quartalsvergleich vor allem durch gesunkene Investitionen und private Haushaltsausgaben. Zudem fielen die Exporte, während die Importe stiegen. Gestützt wurde das Bruttoinlandsprodukt lediglich durch gestiegene Staatsausgaben.

Auch im Vergleich zum Vorjahr sank die französische Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,4 Prozent. Im Vorquartal war das BIP im Jahresvergleich um 0,3 Prozent geschrumpft.  

Bundesbank optimistisch für Euro-Zone

Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret widersprach negativen Wirtschaftsprognosen für die Euro-Zone. "Ich stimme der These nicht zu, dass die Rezession ein ständiger, konstanter Begleiter für die nächste Zeit sein wird", sagte er. Vielmehr werde sich die Euro-Zone gegen Endes des Jahres aus der Rezession herausbewegen und wieder zu wachsen beginnen.

Zuvor hatte der frühere Weltbank-Chef Robert Zoellick erklärt, die Euro-Zone schulde der Europäischen Zentralbank mit ihrem Präsidenten Mario Draghi viel in der Bekämpfung ihrer Krise. "Ich denke, die EZB hat Zeit gekauft", sagte er mit Blick auf die Ankündigung der Zentralbank für ein umfassendes Anleihen-Ankaufprogramm OMT. Die fundamentalen Probleme zu lösen sei aber Sache der Politik. Er erwarte aber, "dass ein weiteres Durchwursteln" in Europa das wahrscheinlichste Szenario ist.