Die Aussicht auf steigende Gehälter bringt die Kauflaune der deutschen Verbraucher auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Der Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK kletterte im Juni um 0,3 Zähler auf 6,5 Punkte und wird, so die Prognose, im Juli weiter auf 6,8 Punkte steigen. Die GfK hatte 2.000 Verbraucher befragt. 

Der private Verbrauch bleibe das stabilisierende Element der Konjunktur, erklärte die GfK in Nürnberg. Die Sparneigung sei weiter zurückgegangen und habe ein Rekordtief erreicht. "Sparen ist derzeit aufgrund der historisch niedrigen Zinsen nicht attraktiv", sagte Konsumforscher Rolf Bürkl. "Die Bürger sind eher bereit, auch längerfristig und in größerem Umfang Anschaffungen zu tätigen."

Die Verbraucher seien vermutlich der Meinung, dass sich die Konjunktur in Deutschland langsam erholen werde. Der stabile Arbeitsmarkt nähre die Hoffnung auf steigende Einkommen. Die aktuell geringe Inflation sei ein weiteres belebendes Element für die Kaufkraft, sagte Bürkl.

Die Konsumenten beurteilen auch die Konjunkturaussichten besser. Dieses Barometer liegt mit 1,1 Zählern wieder über dem langjährigen Durchschnitt von 0 Punkten. Insgesamt wächst in Deutschland der wirtschaftliche Optimismus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen beleuchtet, hat sich im Juni bereits den zweiten Monat in Folge aufgehellt.