Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni weiter aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 105,7 Zählern auf 105,9 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mit. Das ist der zweite Anstieg in Folge.

Kraftzentrum der deutschen Konjunktur ist die Industrie, deren Geschäftsklima sich spürbar aufhellte. "Insbesondere die Exporterwartungen haben kräftig zugelegt", sagte Carstensen. Dagegen nahm der Optimismus im Groß- und Einzelhandel sowie in der Baubranche und bei den Dienstleistern ab.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Lange bevor sich das Auf und Ab in amtlichen Zahlen niederschlägt, bildet der Wert recht zuverlässig die Lage ab. Dafür befragen die Forscher des Ifo-Instituts einmal pro Monat etwa 7.000 Manager – von kleinen Geschäften bis hin zu großen Konzernen mit Tausenden Beschäftigten.  

Sinkende Investitionen und Exporte sowie witterungsbedingte Einschränkungen am Bau hatten die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent wachsen lassen. Die Bundesbank erwartet aber ein Anziehen der Wirtschaft im zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr dürfte es den meisten Prognose zufolge für ein Plus von etwa 0,3 Prozent reichen.

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) bestätigte den Trend des Ifo-Indexes. "Die konjunkturelle Lage hellt sich weltweit allmählich wieder auf. Insbesondere die Industrieländer legten in den letzten Monaten bei der Produktion und bei den Exporten wieder stärker zu", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. Das spüre auch die deutsche Exportindustrie, fügte Kerber unter Verweis auf den neuen BDI-Außenwirtschafts-Report . Der BDI erwartet, dass die deutschen Ausfuhren 2013 um bis zu 3,5 Prozent zulegen.