Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Versäumnisse bei der Unterstützung Griechenlands eingeräumt. Es habe beim ersten Hilfspaket Fehler und "bedeutende Misserfolge" gegeben, hieß es in einem Bericht, der das griechische Hilfsprogramm rückblickend betrachtet.

Dem Programm aus dem Jahr 2010 seien allzu optimistische Annahmen zur Entwicklung der griechischen Staatsschulden und zur Umsetzung von Reformen in dem Land zugrunde gelegt worden. Es habe einen "sehr großen" Unterschied zwischen den Prognosen zu den griechischen Staatsschulden und der Realität gegeben. Außerdem hatte der IWF erwartet, dass die Wirtschaft schon 2012 wieder wachsen werde, tatsächlich befindet sich Griechenland immer noch in einer Rezession. Dazu komme noch die "außergewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit".

Trotzdem wertet der IWF die massiven Einsparungen und Wirtschaftsreformen, die Griechenland als Gegenleistung für die Finanzhilfen realisieren musste, als unvermeidbar. Allerdings habe der Währungsfond die Umsetzungsmöglichkeiten überschätzt.

Zwar habe das Hilfsprogramm dazu beigetragen, ein Ausscheiden Athens aus dem Währungsraum zu verhindern, die Märkte hätten ihr Vertrauen in Griechenland aber nicht wieder gewonnen. 30 Prozent der Spareinlagen wurden abgezogen.

In dem Bericht wird auch die Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Troika kritisiert. Es habe Probleme bei der Koordination und unterschiedliche Ziele gegeben.

Griechenland hatte im Frühjahr 2010 ein erstes Hilfspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro erhalten, im November 2012 wurde dann ein zweites Programm im Wert von 165 Milliarden Euro zugesagt. Zudem verzichteten Privatgläubiger auf rund 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen.