"Dies sind wirklich starke Verpflichtungen, die vorher nie zu Papier gebracht worden sind", lobte Großbritanniens Premierminister David Cameron vergangene Woche sich selbst. Auf dem G8-Gipfel in Nordirland ging es neben dem Bürgerkrieg in Syrien vor allem um Steuervermeidung und Geldwäsche. "Ich habe sichergestellt, dass jeder G-8-Führer seine Unterschrift unter das Papier setzt", sagte Cameron zu Journalisten. Jedes Land habe sich verpflichtet, an seinen eigenen Schwachstellen zu arbeiten.

Auch der japanische Premier Shinzo Abe schaute stolz drein. Er hatte sich dem internationalen Druck gebeugt und versprochen, ab sofort in Japan für mehr Steuergerechtigkeit zu sorgen und gegen Geldwäsche vorzugehen. Bislang ist Japan nämlich ein beliebtes Ziel für illegal verdientes Geld. Um besser zu verstehen, wie die Geldwäsche im Land genau funktioniert, will Japans Führung jetzt eine Taskforce gründen und anschließend die Gesetze verschärfen.  

Japan gilt als Land, in dem Anstandsregeln besonders wichtig sind. Dennoch scheinen unsaubere Geschäfte häufig vorzukommen. Vergangenen Donnerstag zum Beispiel akzeptierte die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Dollar. Sie hatte Geld in von den USA sanktionierte Staaten wie Sudan, Iran und Myanmar transferiert – ausgerechnet über die USA. Den Mitarbeitern war Stillschweigen über die Geschäfte verordnet worden, doch am Ende kamen die Überweisungen ans Licht.  

Illegales Geld aus Russland

Die zuständige Aufsichtsbehörde in New York kam in ihren Untersuchungen zum Schluss, dass die Bank in den Jahren zwischen 2002 und 2007 rund 28.000 solcher Transaktionen im Wert von 100 Milliarden US-Dollar getätigt hatte. Es war nicht das erste Mal, dass Tokyo-Mitsubishi wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte im Rampenlicht stand.

Ein weiteres Beispiel aus dem vergangenen Juli: Damals ergab eine Untersuchung des US-Kongresses, dass die japanische Hokuriku Bank über Jahre hinweg als Schleuse für illegales Geld aus Russland benutzt worden war. Rund 290 Millionen Dollar fanden über Hokuriku den Weg in die legale Wirtschaft. Offenbar brachen die Transaktionen aber kein japanisches Gesetz, weshalb die heimischen Aufsichtsbehörden sich außerstande sahen, einzugreifen.