Der Rohstoffhändler Marc Rich ist tot. Der 78-Jährige starb an den Folgen eines Hirnschlags in einem Krankenhaus in Luzern, wie die Marc-Rich-Group mitteilte. Der Sprecher des Rohstoff-Milliardärs, Christian König, sagte der Onlineausgabe des Blick, es sei vorgesehen, Rich am Donnerstag in Tel Aviv zu beerdigen.

Rich gründete 1974 das Unternehmen Marc Rich + Co AG, aus dem später die Firma Glencore hervorging. Er baute das Unternehmen zum größten Rohstoffhändler der Welt aus. 1983 flüchtete er wegen einer Anklage in die Schweiz, lange Zeit stand er auf der Most-Wanted-Liste des FBI.


Er geriet ins Visier der US-Behörden unter anderem wegen Steuerhinterziehung und illegalen Ölhandels mit dem Iran. US-Präsident Bill Clinton begnadigte ihn 2001 kurz vor Ende seiner Amtszeit.

Rich, in Branchenkreisen "King of Oil" genannt, gilt als Pionier des modernen Rohstoffgeschäfts. Anfang der neunziger Jahre stieg er mit dem Kauf der Firma Südelektra auch ins Geschäft mit Minen, Schmelzen und Raffinerien ein, um direkten Zugang zu Rohstoffen sicherzustellen und an der gesamten Wertschöpfungskette zu verdienen. Glencore fusionierte vor Kurzem mit Xstrata.