Die Arbeitslosenrate in den 17 Euro-Ländern ist erstmals seit zwei Jahren gesunken. Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat sank die Zahl der Erwerbslosen im Juni um 24.000 auf 19,27 Millionen. Das ist der erste Rückgang seit April 2011.

Der Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung des Euro-Raums liegt seit März 2013 stabil bei 12,1 Prozent. "Die Gesamtzahlen bleiben entsetzlich hoch", sagte ein Sprecher der EU-Kommission . Anlass zur Hoffnung auf eine dauerhafte Besserung böten die Zahlen noch nicht.

Die Finanz- und Schuldenkrise hat viele europäische Länder zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen, die zugleich die Wirtschaftskraft seit dem letzten Quartal 2011 erheblich bremsten. Fast vier Millionen Menschen in der Euro-Zone verloren seitdem ihren Job, die Erwerbslosenquote stieg auf 12,1 Prozent.

Fast 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit

Besonders hoch war der Arbeitslosenanteil erneut in Griechenland, wo die neuesten Zahlen aus dem April stammen, und Spanien – dort war mehr als jeder Vierte ohne Job. Auch in Zypern und Portugal schlägt die Krise weiter auf den Arbeitsmarkt durch: Beide Länder meldeten Quoten von mehr als 17 Prozent.

Insbesondere unter jungen Menschen war die Arbeitslosigkeit in den von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Staaten Südeuropas im Juni hoch. Griechenland meldete 58,7 Prozent für April, Spanien verzeichnete 56,1 Prozent und Portugal 41 Prozent. Außerhalb der Euro-Zone ist die Quote in Kroatien , das erst seit Juli EU-Mitglied ist, mit 55,6 Prozent der jungen Erwachsenen im Juni besonders hoch. Zumindest teilweise hat dies aber statistische Gründe: Die Eurostat-Experten klammern junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dadurch schrumpft die Bezugsgruppe der unter 25-Jährigen, und jeder einzelne Arbeitslose fällt noch stärker ins Gewicht.

Niedrige Arbeitslosenquoten im Juni meldeten erneut Österreich (4,6 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bezifferte die Juli-Quote für Deutschland auf 6,8 Prozent – die Rechenmethoden der Statistiker von Eurostat und der BA sind allerdings nicht direkt vergleichbar.

Rezession in Spanien vor dem Ende?

Doch es gibt Anzeichen der Besserung: Inzwischen erwarten viele Experten für das zweite Quartal des laufenden Jahres ein moderates Wachstum – unter anderem dank der robusten Konjunktur in Deutschland .

Zudem dürfte der Wirtschaftseinbruch bei den Krisenländern im Euro-Raum geringer ausfallen als zu Jahresbeginn: Laut den jüngsten Eurostat-Daten neigte sich die Rezession in Spanien im zweiten Quartal fast dem Ende zu. Zudem besteht die Hoffnung, dass Griechenland nach tiefer Rezession zum Jahresende wieder Wachstum verzeichnet.