Das Exportvolumen Chinas ist im Juni erstmals seit Anfang 2012 zurückgegangen. Das Minus betrug 3,1 Prozent. Auch die Einfuhren sanken. Das Minus habe hier 0,7 Prozent betragen, teilte die Zollverwaltung in Peking mit.  

Experten hatten im Juni mit einem Exportzuwachs von bis zu vier Prozent gerechnet. Mit dem Minus von 3,1 Prozent auf 174 Milliarden US-Dollar lagen die Exporte im Juni weit unter dem Plus von 10,4 Prozent für die erste Jahreshälfte. Ähnlich war der Importrückgang von 0,7 Prozent auf 147 Milliarden US-Dollar deutlich entfernt von dem Zuwachs von 6,7 Prozent für die ersten sechs Monate.

Die Exportwirtschaft stehe vor großen Herausforderungen, erklärte die Zollbehörde. Wegen einer schwachen Auslandsnachfrage, höheren Arbeitskosten und der stärkeren Landeswährung verlören die Unternehmen das Vertrauen. "Für die Exporte sieht es im dritten Quartal düster aus", sagte ein Sprecher der Behörde.

Für die Exporteure fiel das Minus im Handel mit der Europäischen Union besonders groß aus: Hier betrug der Rückgang 8,3 Prozent. In die USA, dem wichtigsten Markt für chinesische Unternehmen, wurden 5,4 Prozent weniger Waren verkauft. Der Handelsbilanzüberschuss lag mit 27,1 Milliarden Dollar etwa im Rahmen der Erwartungen.

Die neue chinesische Führung will die Wirtschaft umbauen und nimmt dafür ein schwächeres Wachstum in Kauf. Volkswirte gehen davon aus, dass es sich im Jahresvergleich im zweiten Quartal auf 7,5 Prozent abschwächt. Die Zahlen werden für die kommende Woche erwartet.