Im Skandal um eine Liste mit mutmaßlichen Steuerhinterziehern muss sich der frühere griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou nun vor der Justiz verantworten. Voraussetzung dafür war die Aufhebung seiner Immunität. Dies bewilligte das Parlament in Athen mit großer Mehrheit.

Der Fall Papakonstantinou hatte bereits für mehrmonatige Ermittlungen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses gesorgt. Der 51-Jährige soll die Namen von Verwandten aus einer Datei mit 2.000 mutmaßlichen griechischen Steuersündern mit Schweizer Konten gelöscht haben. Eine entsprechende Liste wurde ihm im Jahr 2010 von seiner damaligen französischen Amtskollegin Christine Lagarde überreicht. 

In den kommenden Tagen soll nun ein Richterausschuss über eine Anklage wegen Pflichtverletzung und Datenfälschung entscheiden. Die griechische Justiz rechnet fest mit einem positiven Votum. Bei einer Verurteilung drohen Papakonstantinou bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Der Ex-Politiker selbst sieht sich als Opfer einer Schmierenkampagne und hat am Montag im Parlament erneut jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen.