Auch Procter & Gamble, einer der größten Konsumgüterhersteller weltweit, hält die Sorgen für unbegründet. Man lege "absolute Priorität" darauf, dass die Produkte kein Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen würden, so eine Firmenvertreterin.

Für die Verbraucherschützer ist klar: Die Firmen wollen einfach preiswerte und aus ihrer Sicht unkomplizierte Chemikalien wie die Parabene weiter verwenden.  Für die Industrie dagegen ist klar: Es fehlt an besseren Substanzen. "Bislang gibt es bei der Konservierung keine gleichwertigen Alternativen zu Parabenen – insbesondere was ihre Verträglichkeit angeht", schreibt Beiersdorf.

Für Manfred Krautter von der Beratungsfirma EcoAid, einem Unternehmen, das Firmen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte berät, ist das ein schwaches Argument: Schließlich würden auch andere Hersteller mit weniger oder sogar ohne Konservierungsstoffe auskommen. "Die Industrie steckt in einem Dilemma: Sie braucht die biozide Wirkung der Konservierungsstoffe, aber Stoffe, die Mikroben wirksam töten sollen, sind selten harmlos ", sagt Krautter, der fast 20 Jahre als Greenpeace-Chemieexperte die Branche getriezt hat.

Es gebe einige Tricks, um den Einsatz von Konservierungsstoffen zu minimieren, sagt Krautter. Statt Töpfchen und Tiegel zu verwenden, könnten die Hersteller ihre Produkte etwa in Tuben abfüllen, um den Kontakt mit der Hand möglichst zu minimieren.

Selbst Beiersdorf kann offenbar die Produktion umstellen. Für das Shampoo Nivea Baby werben die Hamburger ausdrücklich mit dem Slogan "Ohne Parabene".