Das Prestige-Unglück, das in den vergangenen Monaten vor Gericht verhandelt wurde, und dessen Urteil im November ansteht, ist vielen Spaniern noch in Erinnerung. Jetzt kämpft Villanueva auf der Seite der Explorationsgegner. "Nur zehn Prozent des ausgetretenen Öls lassen sich normalerweise auf dem offenen Meer absaugen, der Rest gelangt an die Küsten", sagt Villanueva.

Für die Kanaren hätte ein solcher Unfall verheerende Folgen. Nicht nur, weil die Gegend zu den sogenannten Hot Spots, also Gebieten mit einer besonders hohen Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen gehört. 50.600 verschiedene Arten zählten der Biologe Ricardo Haroun und seine Kollegen von der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria, die im Auftrag von Repsol zwischen Oktober 2012 und Juni 2013 eine Inventarliste erstellten. Die Unesco hat Fuerteventura und Lanzarote zum Biosphärenreservat ernannt. 

Unternehmen fürchten um Tourismus

Für die an Niederschlägen extrem armen Inseln würde eine Verseuchung des Meeres zudem die Trinkwasserversorgung mit entsalztem Meerwasser gefährden. Vom Abschreckungspotenzial für die zuletzt gut zehn Millionen Touristen, der Haupteinnahmequelle auf den Kanaren, ganz zu schweigen. "Eine solche Tragödie würde nicht nur eine Reisesaison ruinieren, sondern hätte auch zur Folge, das potenzielle Besucher die Kanarischen Inseln immer mit Öl in Verbindung bringen", mahnte Harald Zeiss, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement beim Reiseveranstalter Tui Deutschland GmbH, in einem Brief an die Inselregierung von Fuerteventura.

Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen Reiseverbandes, in dem die deutschen Reiseveranstalter und Reisebüros zusammengeschlossen sind, wandte sich beunruhigt an den spanischen Minister für Industrie, Energie und Tourismus, José Manuel Soria. "Der Deutsche Reiseverband hat schwere Bedenken gegen diesen Plan", schrieb Büchy im vergangenen November. "Die Kanarischen Inseln sind eine der Hauptdestinationen für den deutschen Markt, und wir würden es sicherlich begrüßen, wenn dies in absehbarer Zukunft so bliebe."

Der DRV fürchtet, dass Ölproduktion und Bohrtürme nahe der Küsten von Lanzarote und Fuerteventura dazu führen könnte, dass die Menschen sich gegen die Kanarischen Inseln und für andere Urlaubsorte entscheiden. Büchy drückte zudem sein Unverständnis darüber aus, wie sich die Bemühungen der Inselgruppe für mehr Umweltschutz und die Verwendung erneuerbarer Energien mit dem Ölprojekt vereinbaren ließen.