Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Zwar gibt es Forderungen nach noch billigerem Geld der Zentralbank, weil die Wirtschaft in der Euro-Zone noch nicht wieder voll auf Wachstumskurs ist. Doch seit der Zinssenkung im Mai hat sich die Lage bereits entspannt.

Immer mehr Indizien deuten inzwischen auf ein Ende der Rezession in der Euro-Zone hin. Auch die EZB rechnet damit, dass sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf allmählich erholen wird. Niedrige Zinsen sollen Investitionen anschieben und damit die Wirtschaft in Schwung bringen.

Höhere Zinsen hat EZB-Präsident Mario Draghi auf absehbare Zeit ausgeschlossen. Vor einem Monat hatte er gesagt, die EZB werde ihre Leitzinsen "für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau" halten. Welcher Zeitraum genau gemeint ist, blieb offen.

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, um es etwa in Form von Krediten an Verbraucher und die Wirtschaft weiterzureichen. Finanzmarktexperten hatten damit gerechnet, dass die Zentralbank die Zinsschraube nicht weiter lockert.