Als Hartmut Mehdorn vor einem halben Jahr zum Chef des Berliner Flughafens ernannt wurde, sollte er vor allem aufs Tempo drücken. Eine Eröffnung 2014, das war intern das große Ziel. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. Wann genau der Flugbetrieb beginnt, ist weiterhin unklar. Erst nach der Bundestagswahl will Mehdorn einen neuen Termin nennen.

Aber nicht nur das: Selbst die von Mehdorn geplante Teileröffnung rückt in weite Ferne. Ursprünglich wollte der BER-Chef bereits im Winter mit einigen Fliegern den Betrieb testen. Der Termin konnte nicht gehalten werden. Jetzt heißt es, dass der sogenannte Pier Nord im Frühjahr 2014 an den Start gehen soll.

Doch nach Informationen von ZEIT ONLINE ist auch dieser Termin nicht zu halten. Realistisch erscheint ein Start des Probebetriebs erst für Herbst 2014. "Dieses Datum wird innerhalb des Managements für realistisch gehalten", sagt ein Insider. Es ergibt sich zudem aus internen Besprechungen zwischen Bauamt und Flughafengesellschaft.

Widerstand vom Bauamt

Mehdorn glaubte lange Zeit, der Genehmigungsprozess für den Pier Nord könne parallel zu den notwendigen Umbaumaßnahmen stattfinden. So zumindest beschrieb er es in einer Präsentation für den Aufsichtsrat im August: "Unter der Annahme, den Genehmigungsprozess parallel zu den Anpassungen am Pier-Nord und der IBN (Inbetriebnahme, Anm. der Redaktion) weiterer Objekte und Systeme durchführen zu können, kann der Testbetrieb Ende März 2014 starten."

Das zuständige Bauamt lehnt dies jedoch ab. Erst müsse das Pier Nord in seiner jetzigen Konzeption genehmigt werden, dann könnten Umbauten geplant werden, heißt es aus der Behörde. Diese Umbauten kosten erneut viel Zeit. Während Mehdorn schlicht von einer Ummöblierung spricht, warnt das Bauamt davor, diese Änderungen auf die leichte Schulter zu nehmen. Durch den Aufbau neuer Gepäckbänder, Sicherheitskontrollen und weiterer Maßnahmen seien vielfache Änderungen am Brandschutzkonzept nötig. Die Feuerwehr müsse gehört werden, Sprinkleranlagen womöglich umgebaut, Belüftungen neu ausgerichtet und Türen versetzt werden.   

All das wird dazu führen, dass der Probebetrieb erst sechs Monaten später starten kann. Der BER will sich zu den Verzögerungen nicht äußern. "Wir kommentieren solche Spekulationen nicht", sagt ein Sprecher auf Anfrage lediglich. Es ist kaum anzunehmen, dass sich der Aufsichtsrat auf eine sechsmonatige Verschiebung einlassen wird. Schließlich wird die Eröffnung des kompletten Flughafens für 2015 angestrebt.