Trotz anziehender Konjunktur bleibt die US-Notenbank Federal Reserve bei großangelegten Anleihenkäufen. Die schrittweise Abkehr von der Politik des billigen Geldes bleibt zunächst aus. Die Zentralbanker um Fed-Chef Ben Bernanke entschieden am Mittwoch, den Umfang der monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren bei 85 Milliarden Dollar (ca. 64 Milliarden Euro) zu belassen.

Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Fed die Konjunkturhilfen auf 75 Milliarden Dollar pro Monat stutzen würde. Die Aktienmärkte in New York reagierten mit deutlichen Kursgewinnen, der Dollar verlor zum Euro an Wert.

Die Fed hält die Wirtschaft offenbar für noch nicht robust genug, um ohne die starken Geldspritzen auskommen zu können. Auch am Leitzins, der auf einem historischen Niedrigstand von null bis 0,25 Prozent steht, will die Notenbank noch festhalten. Der faktische Nullzins sei angemessen, solange die US-Arbeitslosenquote höher sei als 6,5 Prozent, heißt es in der Fed-Mitteilung. Im August lag sie bei 7,3 Prozent.

Zunächst wollen die Banker mehr Daten über die Erholung der Wirtschaft sehen. Als einen Grund für die Ungewissheit wurden die Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt genannt. Nach Ansicht von zwölf der 17 Fed-Notenbanker ist 2015 der richtige Zeitpunkt, um die Zinszügel wieder anzuziehen.