Rund fünf Monate nach der Schließung durch Nordkorea sind die ersten südkoreanischen Geschäftsleute in die gemeinsame Sonderwirtschaftszone Kaesong zurückgekehrt. Es soll sich um einen Probelauf handeln, hatte das südkoreanische Vereinigungsministerium vergangene Woche mitgeteilt. Einige Zeit später beginne dann der Regelbetrieb wieder in dem Industriepark, wo südkoreanische Firmen auf nordkoreanischem Gebiet mit nordkoreanischen Arbeitern produzieren.

Die Schließung von Kaesong war im Frühjahr der Höhepunkt politischer Streitigkeiten zwischen dem kommunistischen Nordkorea und dem von den USA unterstützten Südkorea: Nordkorea zog unter Verweis auf ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas und der USA seine 53.000 Arbeiter aus dem 2004 gegründeten Industriegebiet ab.

Inzwischen mehren sich aber die Zeichen der Entspannung. So soll es noch im laufenden Monat wieder Treffen von Familien geben, die seit dem Koreakrieg in den 50er Jahren getrennt sind. Die im Frühjahr gekappten Kommunikationsleitungen wurden inzwischen wiederhergestellt.

In Kaesong soll im Oktober eine Konferenz internationaler Investoren abgehalten werden, um ausländische Firmen für den Industriepark zu interessieren. Dieser gilt als wichtige Devisenquelle für Nordkorea. Südkorea profitiert von niedrigen Löhnen der Arbeitskräfte.