Für die rund 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten in Deutschland gibt es im kommenden Jahr mehr Geld: Das Gesamthonorar für sie steigt um 590 bis 800 Millionen Euro. Darauf verständigten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen nach monatelangen Verhandlungen.

Nach Angaben einer GKV-Sprecherin steigt der sogenannte Orientierungswert im kommenden Jahr um 1,3 Prozent. Das entspreche einem Plus von 380 Millionen Euro. Der Orientierungswert ist die bundesweit gültige Basis für die Vergütung ärztlicher Leistungen. Er kann auf Landesebene noch durch Zuschläge erhöht werden. Zudem stellen die Kassen zusätzlich je 70 Millionen Euro für die Förderung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung bereit. Rein rechnerisch läuft die Vereinbarung auf ein Plus zwischen 3.900 und 5.300 Euro pro Arzt hinaus, allerdings werden die Mediziner unterschiedlich bezahlt.

Hinzu kommen zusätzliche Gelder für die Menge der ärztlichen Leistungen, die im kommenden Jahr erbracht werden. Hier gibt es laut GKV zwischen 200 Millionen und 300 Millionen Euro mehr. Der Einigung auf Bundesebene folgen weitere Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen auf Landesebene. Dabei werden auch regionale Besonderheiten berücksichtigt, wie etwa die Altersstruktur und die Häufigkeit von Erkrankungen. Erst dann steht fest, was der einzelne Arzt tatsächlich an Honorarplus erhalten wird.

Zu dem vereinbarten Erhöhungsrahmen für die Ärztehonorare kommen nach Einschätzung der Kassen vermutlich weitere Mehrausgaben – etwa für ambulantes Operieren und Gesundheitsprävention oder Vorsorge in Höhe von etwa 200 Millionen Euro hinzu. Damit sei mit einem Gesamtanstieg der Arztausgaben 2014 um bis zu eine Milliarde Euro zu rechnen.

Die GKV wertete die Einigung als "vertretbaren Kompromiss, der Kostensteigerungen in den Arztpraxen ausreichend berücksichtigt". KBV-Chef Andreas Köhler sagte, mit der Erhöhung des Orientierungswertes seien die Kostensteigerungen in den Praxen berücksichtigt worden. Über die Ärztehonorare wird in jedem Jahr neu verhandelt.

Das Ergebnis kam bereits am Mittwochabend im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss zustande, wurde aber erst am Donnerstag bekannt. Neben dem Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem sitzen in dem Gremium noch zwei weitere unparteiische Mitglieder sowie die Vertreter der Ärzte und Kassen.