Die Monopolkommission hat ihre Vorschläge für eine Kostenreduzierung bei der Energiewende vorgelegt: Sie plädiert für einen Systemwechsel, um die auf 20 Jahre garantierten Vergütungen für Wind- und Solarparks abzuschaffen. Das unabhängige Beratergremium, das Bund, Länder und Kommunen in Fragen des Wettbewerbs berät, schlägt ein Quotenmodell vor, bei dem es keine festen Abnahmegarantien mehr geben soll.    

Die Experten sehen das Mengenmodell, das auch das Bundeswirtschaftsministerium befürwortet, als adäquates Mittel, um den Wettbewerb auf dem Markt der Erneuerbaren Energien zu stärken. So werden die Energieversorger verpflichtet, eine bestimmte und steigende Quote an Ökostrom in ihrem Angebot zu haben. Wie sie diesen beschaffen und aus welcher Quelle, soll ihnen selbst überlassen bleiben. Ökonomen und Energiefachleute gehen aber davon aus, dass sich die Stromkonzerne diesen Strom selbstverständlich bei den günstigsten Anbietern besorgen werden.

Das Mengenmodell wird bereits seit Längerem von verschiedenen Wissenschaftlern und Politikern verlangt. Allerdings würde dies bedeuten, dass die Versorger wohl fast ausschließlich auf Energieerzeugung aus Wind an Land als der billigsten Ökostrom-Quelle setzen würden. Zudem würde der Strom dann nicht mehr von Kleinunternehmern oder kleinen privaten Investoren geliefert, die kaum Verhandlungsmacht mit den Stromkonzernen haben.

Skepsis bei Rot-Grün

Das Modell trifft daher bei SPD , Grünen und auch überwiegend bei der Union auf Ablehnung. Die FDP schränkt ihre grundsätzliche Zustimmung dahingehend ein, dass sie die Nutzung einzelner Ökostrom-Arten festschreiben will, die im reinen Quotenmodell keine Chance hätten – beispielsweise Offshore-Strom.

Inzwischen ist der Reformdruck bei der Energiewende groß. Die im Strompreis enthaltenen Vergütungskosten für Windräder, Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke machen mittlerweile mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr aus. Ein Durchschnittshaushalt muss 2014 voraussichtlich rund 225 Euro für die Ökostromförderung zahlen, statt bisher 185 Euro.

"Energiewende ausbremsen"

Für den Anstieg der Strompreise ist aber nicht nur der Bau neuer Solaranlagen oder Windparks verantwortlich – die Ökostromproduktion könnte 2013 sogar niedriger ausfallen als 2012 – , sondern auch der massive Verfall der Börsenstrompreise. Gibt es für den Ökostrom im Verkauf immer weniger Geld, wächst die Differenz zu den fest garantierten Vergütungssätzen. Die Differenz wird über die Umlage auf die Strompreise abgewälzt.

Alle Parteien haben sich deshalb die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die Fahnen geschrieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach "von ganz neuen Herausforderungen", während ihr der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin Verschleppung vorwirft. "Die Energiewende soll ausgebremst werden, damit Strom aus Kohle und Atom in Deutschland und Europa eine Zukunft hat."