Das internationale Hilfsprogramm für Zypern beinhaltet nach Einschätzung der Geldgeber große Risiken. Die Gefahr, dass Zypern die Bedingungen für das Hilfspaket nicht erfüllen kann, seien erheblich, heißt es in einem Bericht der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF). Daraus könnte ein zusätzlicher Finanzbedarf resultieren.

Aktuell liegt das Land dem Bericht zufolge zwar "auf Kurs". Die kurzfristigen Vorgaben würden erfüllt. Sorgen bereite aber unter anderem die Konjunkturentwicklung. "Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Lage in Zypern extrem schwierig ist", sagte ein EU-Verantwortlicher. So werde die Arbeitslosigkeit stärker steigen als im Frühjahr erwartet. Mit einem Wirtschaftswachstum sei erst 2015 zu rechnen. Im laufenden Jahr geht die EU davon aus, dass die Wirtschaft um 8,7 Prozent nachlässt.

Aufgrund dieser Entwicklung besteht nach Einschätzung der Experten das Risiko, dass die Staatsschulden langfristig nicht mehr tragfähig sein werden. In diesem Falle müsste Zypern einen neuen Finanzbedarf decken und wäre dabei womöglich erneut auf Hilfe von außen angewiesen.

Die Troika hatte dem Land Mitte Mai ein Hilfsprogramm von rund zehn Milliarden Euro zugesagt, davon neun Milliarden aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Die nächste Kreditrate aus dem ESM von 1,5 Milliarden Euro soll Ende des Monats ausgezahlt werden.

Zypern muss im Gegenzug sein aufgeblähtes Bankensystem umbauen und verkleinern. Zudem gibt es Kontrollen des Kapitalverkehrs, die verhindern sollen, dass Geld massenhaft aus dem Land abgezogen wird. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades kündigte nun allerdings an, das Land wolle die Kapitalverkehrskontrollen bis Januar 2014 auslaufen lassen. Der IWF unterstützt diese Lockerung.