Das EU-Parlament hat über Subventionen für Europas Fischereisektor abgestimmt und sich gegen eine finanzielle Unterstützung von Schiffsneubauten ausgesprochen. Ursprünglich war geplant, dass der neue milliardenschwere Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF) auch die Flottenerneuerung finanziert – demnach hätte ein Fischer bis zu 80.000 Euro für den Neubau eines Schiffs erhalten können. Hilfen für den Schiffsneubau hatte die EU eigentlich 2002 abgeschafft.

Die Pläne hatten Umweltschützer auf den Plan gerufen: Schließlich gelten Mittelmeer und Atlantik schon heute als überfischt, weil zu viele Schiffe in EU-Gewässern fischen. Um die Überfischung zu stoppen, muss ihre Zahl halbiert werden, schätzen Experten.

Die EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki zeigte sich zufrieden über das Ergebnis der Abstimmung. Der Fonds könne sich nun auf die Finanzierung solcher Projekte  konzentrieren, "die eine nachhaltige Entwicklung der Fischereiindustrie und der Küstengebiete vorantreiben", sagte sie. Der Fonds wird etwa die Mittel für Forschung und Kontrollen aufstocken. 

Ein Wermutstropfen für Umweltschützer ist allerdings die finanzielle Förderung des Motorenaustauschs. Umweltschützer befürchten, dass Schiffe mit kraftstoffsparenden Motoren länger auf hoher See bleiben und daher auch länger und intensiver fischen werden. "Letztlich ist das eine versteckte Kapazitätserhöhung", warnt Anna Holl vom WWF.

Der Europäische Meeres- und Fischereifonds löst den bisherigen Europäischen Fischereifonds und wird voraussichtlich über ein Volumen von 6,3 bis 6,5 Milliarden Euro verfügen.