Der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, hat eine Schuldenstreckung für Griechenland ausgeschlossen. Die EZB oder die nationalen Notenbanken könnten die Laufzeiten von Griechenland-Bonds nicht verlängern. Dies würde gegen das Verbot der Staatsfinanzierung verstoßen, sagte Asmussen: "Das käme einer monetären Staatsfinanzierung gleich." Dies sei der EZB laut EU-Vertrag verboten.  

Der griechische Finanzminister Yannis Stournaras hatte zuvor in einem Interview gesagt, die Zentralbanken hätten sich zu einem sogenannten Roll-over der Anleihen bereit erklärt, um Griechenland bei der Beseitigung seiner Finanzierungslücken zu helfen. Dabei würden die Bonds mit Anleihen mit längerer Laufzeit ersetzt. 

Auf diese Weise wolle die Regierung in Athen vor der geplanten Rückkehr an den Kapitalmarkt Finanzierungslöcher stopfen. Im März auslaufende Anleihen sollten im Umfang von 4,5 Milliarden Euro durch Bonds mit längerer Laufzeit ersetzt werden.  

Stournaras verwies in dem Interview auf eine grundsätzliche Bereitschaft der Notenbanken, für diese Anleihen ein Roll-over zu akzeptieren. Bislang sei diese Absicht aber nicht in die Tat umgesetzt worden. "Falls die Notenbanken es nicht tun wollen, weil sie es für monetäre Staatsfinanzierung halten, müssen sie sich gleichwertige Maßnahmen einfallen lassen", sagte der Minister.

Für das kommende Jahr hat Griechenland nach Schätzung der EU-Kommission und des IWF noch eine Finanzierungslücke von 3,8 bis 4,4 Milliarden Euro. Für 2015 muss das Land mit einer weiteren Lücke von bis zu rund sieben Milliarden Euro rechnen. Die EZB und die nationalen Notenbanken halten griechische Staatsanleihen im Nominalwert von 19 Milliarden Euro, Papiere im Wert von zehn Milliarden Euro laufen im nächsten Jahr aus.