Praktikanten mit abgeschlossener Ausbildung sollen nach dem Willen von Union und SPD künftig einen in der jeweiligen Branche geltenden Mindestlohn erhalten. Das sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nach einer zweiten Verhandlungsrunde der Koalitionsarbeitsgruppe Arbeit und Soziales. Da, wo ein Mindestlohn gelte, müsse auch einer für die Praktikanten gezahlt werden.

Sofern diese Praktika nicht Teil von Schule oder Studium seien, sondern nach einer abgeschlossenen Ausbildung anstünden, müsse es auch eine "angemessene Vergütung" geben. So solle "die finanzielle Situation der vielen Praktikanten in diesem Land verbessert" werden.

Ein weiteres Thema der Koalitionsarbeitsgruppe waren Fördermaßnahmen für geringqualifizierte jüngere Menschen. Nach Angaben der AG-Vorsitzenden auf Unionsseite, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), vereinbarten Union und SPD, hier "gemeinsam Anstrengungen zu unternehmen". Die rund 1,5 Millionen Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die wegen fehlender Abschlüsse entweder arbeitslos seien oder sehr einfachen Tätigkeiten nachgingen, sollen demnach konsequent nachgeschult werden. Dafür sollten auch "finanzielle Mittel" eingesetzt werden. 

Zudem haben sich Union und SPD darauf verständigt, den Datenschutz für Arbeitnehmer zu verbessern. Dabei sollten auch internationale Standards aufgegriffen werden. Nach einer Reihe von Datenschutzskandalen bei deutschen Unternehmen in den vergangenen Jahren fordern Datenschützer schon länger ein umfassendes Schutzgesetz für Beschäftigte.