Die Forscher Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller erhalten den Nobelpreis für Ökonomie. Das teilte die Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm mit. Ausgezeichnet werden sie für ihre Forschung zur Entwicklung von Vermögenspreisen.

Shiller ist Verhaltensökonom und lehrt in Yale. Bekannt wurde er bereits in den achtziger Jahren, als er mit seiner empirischen Forschung Zweifel daran weckte, dass Finanzmärkte immer effizient arbeiten. Früher als andere trug er der Tatsache Rechnung, dass sich Marktakteure von ihren Gefühlen und Stimmungen leiten lassen. Den Begriff dafür entlehnte er von John Maynard Keynes : animal spirits . Als einer der wenigen Ökonomen sah er schließlich die Blase am amerikanischen Häusermarkt voraus – und warnte vor den Folgen.

Eugene Fama , ein Wirtschaftswissenschaftler, der der sogenannten Chicago School angehört, beschäftigte sich ebenfalls schon früh mit der Entwicklung von Marktpreisen. Bereits in den sechziger Jahren argumentierte er, dass Aktienkurse nur schwer vorhersagbar sind und zufälligen Schwankungen unterliegen. Dennoch vertritt er weiterhin im Prinzip die Theorie des "effizienten Marktes", nach dem der Börsenpreis nach bestem Wissen den wahren Wert einer Anlage widerspiegelt. Lars Peter Hansen , ebenfalls Professor in Chicago , forschte in den vergangenen Jahren an der Schnittstelle zwischen Finanzmarkt und Makroökonomie.

Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 930.000 Euro (8 Millionen Kronen) dotiert. Der Wirtschaftsnobelpreis wird erst seit 1969 vergeben und geht nicht auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück, wird allerdings nach dem gleichen Verfahren vergeben wie die Nobelpreise für Medizin, Physik und Chemie.

Jedes Jahr werden zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge in jeder einzelnen Kategorie eingereicht. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die amerikanischen Ökonomen Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley. Die Akademie zeichnete die Wissenschaftler für ihre Forschung zum Marktdesign und ihre Theorie von "stabilen Verteilungen" aus.  


Letzter deutscher Preisträger war 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten. Elinor Ostrom ist die einzige Frau, die den Preis bislang erhalten hat.

In den vergangenen Tagen wurden bereits der Friedensnobelpreis sowie die Auszeichnungen für Medizin, Physik , Chemie und Literatur verkündet.  Verliehen wird der Wirtschaftsnobelpreis am 10. Dezember in Stockholm.

Lesen Sie hier ein Interview, das Robert Shiller ZEIT ONLINE im November 2012 gegeben hat.