Das Finanzvermögen des deutschen Staates hat sich wegen hoher Steuer- und Beitragseinnahmen kräftig vermehrt. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung kamen Ende 2012 zusammen auf 556,6 Milliarden Euro. Das sind 6,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik, die es in dieser Form allerdings erst seit 2010 gibt.

Zum Finanzvermögen gehören Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere, staatliche Kredite und sonstige Forderungen wie Steuerrückstände. Sachvermögen wie Immobilien und Ländereien sind nicht enthalten. Allerdings stehen dem deutlich höhere Schulden gegenüber: Die Verbindlichkeiten beliefen sich Ende vorigen Jahres auf 2.068 Milliarden Euro.

Gesondert betrachtet aber stieg vor allem das Finanzvermögen der Länder und Gemeinden, die Mittel des Bundes wurden 2012 kleiner – wie bereits im Vorjahr. Das Vermögen ging um 6,4 Prozent auf nunmehr 234 Milliarden Euro zurück.

Milliardenportfolios der ehemaligen WestLB

Den stärksten Anstieg erzielte die Sozialversicherung. Das Finanzvermögen der Länder stieg um 17,7 Prozent auf 153,0 Milliarden Euro. "Hauptgrund war die Übernahme eines weiteren Milliardenportfolios von der ehemaligen WestLB durch die Erste Abwicklungsanstalt", hieß es. Die Gemeinden steigerten ihr Finanzvermögen um 8,9 Prozent auf nunmehr 62,3 Milliarden Euro.

Die öffentlichen Haushalte investierten 2012 ihr Vermögen vor allem in Form von Bargeld und Einlagen. Mit 172,4 Milliarden Euro stellte diese Anlageform laut Statistik zum ersten Mal den größten Anteil des Vermögens. Die Wertpapiere gingen hingegen um 2,9 Prozent auf 162,9 Milliarden Euro zurück. Vergebene Kredite legten um 4,5 Prozent auf nunmehr 142,0 Milliarden Euro zu.