Die IG Metall hat Detlef Wetzel zu ihrem neuen Chef gewählt. Auf einem Gewerkschaftskongress in Frankfurt am Main stimmten 75,51 Prozent der Delegierten für den bisherigen Vizevorsitzenden. Wetzel erhielt 333 von insgesamt 458 gültigen Stimmen bei 17 Enthaltungen.

Der 60-jährige Nordrhein-Westfale löst den bisherigen Ersten Vorsitzenden Berthold Huber ab, der seit Herbst 2007 an der Spitze der größten Gewerkschaft Deutschlands stand. Huber war damals mit 92,6 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt worden. Die Neuwahl war nötig geworden, weil Huber zwei Jahre vor Ablauf seiner regulären Amtszeit einen Wechsel einleiten wollte. 

Wetzel gilt wie sein Vorgänger Huber als Reformer, der die IG Metall stärker für neue Branchen und industrielle Dienstleistungen öffnen will. Die mit knapp 2,3 Millionen Mitgliedern weltweit größte freie Gewerkschaft soll so weitere Anhänger finden. Der gelernte Werkzeugmacher ist Sohn eines Hufschmieds und einer Fabrikarbeiterin und in Siegen aufgewachsen.

Merkel spricht zu Delegierten

Die Delegierten waren bereits am Sonntag zu einem zweitägigen Gewerkschaftstag in Frankfurt zusammengekommen, um über die künftige Führung zu entscheiden. Neben dem neuen Ersten Vorsitzenden wählte die IG Metall am Montag auch einen neuen Gewerkschaftsvize als Nachfolger Wetzels: Der bisherige Bezirksleiter in Baden-Württemberg , Jörg Hofmann, erhielt 77,7 Prozent der Stimmen und schnitt damit kaum besser ab als Wetzel. 

Wetzels Ergebnis ist mit Ausnahme der Wahl 2003, bei der Jürgen Peters 66 Prozent Zustimmung erhielt, das schwächste Resultat für einen Vorsitzenden in der Geschichte der IG Metall. Wetzel und Hofmann sind bis Herbst 2015 gewählt.

Die beiden waren bereits im Sommer für die Ämter an der Gewerkschaftsspitze vorgeschlagen worden. Zu den rund 500 anwesenden Delegierten will am Morgen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sprechen.