Spanien will nach dem Ende des internationalen Hilfsprogramms keine weiteren Mittel aus dem Euro-Rettungsfonds beantragen. Das teilte die Euro-Gruppe nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel mit. Demnach will Spanien nach Auslaufen des Rettungsprogramms Anfang kommenden Jahres auch keinen Vorsorgekredit in Anspruch nehmen.

Zuvor hatte bereits Irland bekannt gegeben, kein weiteres Geld zu beantragen. "Ich gratuliere beiden Ländern", sagte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. "Das ist ein guter Tag für Irland und Spanien, es ist ein guter Tag für Europa", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Der Finne gab zu bedenken, dass für die beiden hoch verschuldeten Staaten die Probleme aber noch nicht beseitigt seien.

Spanien hatte 2012 ein Hilfsprogramm zur Rekapitalisierung seines maroden Bankensektors beantragt. Von den bereitgestellten 100 Milliarden Euro musste die Regierung in Madrid nur rund 40 Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Irland benötigte vor drei Jahren sogar 67,5 Milliarden Euro, um die Finanzierung des Landes bis Dezember 2013 zu garantieren. Die Regierung hat seit Erhalt des Rettungskredits eine Reihe von Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen durchgesetzt, um das Staatsdefizit zu reduzieren.

Mit den Entscheidungen von Dublin und Madrid steht die Euro-Zone vor einem Meilenstein im Kampf gegen die Schuldenkrise. Neben Irland und Spanien hatten im Zuge der Schuldenkrise auch Griechenland, Portugal und Zypern Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds Hilfen beantragt. Slowenien gilt aufgrund seines maroden Bankensektors seit längerer Zeit als Kandidat für eine Flucht unter den Rettungsschirm.