Die US-Zentralbank Federal Reserve muss nach Ansicht ihrer designierten Chefin Janet Yellen der Konjunktur in den Vereinigten Staaten weiter aufhelfen. Die Arbeitslosenrate sei mit 7,3 Prozent noch immer viel zu hoch, die Inflation bewege sich unter dem von der Fed avisierten Ziel von zwei Prozent, hieß es in einem am heutigen Donnerstag vor ihrer Anhörung im Senat veröffentlichten Brief Yellens .

"Aus diesen Gründen nutzt die Fed ihre geldpolitischen Werkzeuge dazu, eine robustere Erholung zu fördern", erklärte sie. Damit deutete die stellvertretende Vorsitzende der Notenbank an, dass sie die vom scheidendem Fed-Chef Ben Bernanke verfolgte Politik des billigen Geldes nicht aufgeben dürfte. Vielmehr schien Yellen die außergewöhnlichen Maßnahmen zu verteidigen, den Leihzins auf einem historischen Tief zu halten, um Konsum und Wachstum anzuregen. "Ich glaube, dass eine heutige Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung der sicherste Weg ist, zu einem normaleren geldpolitischen Ansatz zurückzukehren", so Yellen in ihrer Erklärung.

Mit ihrer Politik des günstigen Geldes versucht die Fed seit Ende 2008, gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise anzukämpfen. Der Leitzins verharrt auf dem Rekordtief von Null bis 0,25 Prozent. Solange die Arbeitslosigkeit in den USA über 6,5 Prozent liegt, will die Zentralbank an diesem Niveau festhalten.

Darüber hinaus erwirbt die Fed jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 45 Milliarden Dollar sowie Hypothekenpapiere in Höhe von 40 Milliarden Dollar. Mit dem Programm bringt sie zusätzliches Kapital ins Finanzsystem, um so Kredite billiger zu machen. Die Finanzmärkte erwarten allerdings, dass die Anleihenkäufe in den kommenden Monaten zumindest gedrosselt werden.

Lob für Bernanke

Yellen lobt in der Erklärung die Geldpolitik der vergangenen Jahre. Ohne das Eingreifen der Zentralbank wäre die Krise "viel schlimmer" ausgefallen, heißt es. "Unter der weisen und geschickten Führung des Vorsitzenden Bernanke hat die Fed geholfen, das Finanzsystem zu stabilisieren, den tiefen Fall der Wirtschaft aufzuhalten und das Wachstum wieder zu starten."

US-Präsident Barack Obama hatte Yellen im Oktober nominiert . Die bisherige Vizechefin der Fed soll Bernanke zum 1. Februar 2014 ablösen und wäre in der hundertjährigen Geschichte der US-Zentralbank die erste Frau an der Spitze. Ihre Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden, eine Mehrheit galt aber als sicher.