Die europäische Bankenunion zum besseren Schutz von Sparern und Steuerzahlern kommt. Die EU-Finanzminister haben sich auf das Regelwerk für die Schließung von Pleitebanken geeinigt. Damit werde das Vorhaben der europäischen Bankenunion abgeschlossen, sagten EU-Diplomaten nach gut zwölfstündigen Verhandlungen der Finanzminister in Brüssel. Das Europaparlament muss dem Kompromiss im nächsten Jahr noch zustimmen. 

Nach den neuen Regeln sollen marode Banken geschlossen werden können, ohne dass Steuerzahler und Kleinsparer in erster Linie dafür herangezogen werden müssen. Kernstück der Bankenabwicklung ist ein gemeinsamer Topf, der über zehn Jahre hinweg mit Bankengeldern aufgebaut wird. Ob und wie eine Bank abgewickelt wird, entscheidet ein neues Gremium, dem Vertreter der Mitgliedsstaaten angehören. Die EU-Kommission hat ein Veto-Recht. Besonders umstritten waren unter den Ministern zusätzliche öffentliche Hilfen in der Aufbauphase des gemeinsamen Topfs.

Die Staats- und Regierungschefs hatten zu ihrem Gipfeltreffen am heutigen Donnerstag einen Kompromiss der Finanzminister erwartet. Die Bankenunion ist derzeit das wichtigste Vorzeigeprojekt Europas. Die Finanzminister brauchten mehrere lange Sitzungen für die Einigung.