Die Partner Frankreichs in der Europäischen Union haben auf ihrem Gipfel den Wunsch von Präsident François Hollande nach einer EU-Finanzierung der jüngsten französischen Militäreinsätze in Afrika abgelehnt. Die 28 EU-Regierungen beschlossen lediglich die allgemeine Formel, die Finanzierung von EU-Militäraktionen "rasch zu überprüfen". Über einen von Hollande angeregten gemeinsamen Fonds für Militäreinsätze einzelner Staaten war in der Abschlusserklärung des Gipfels nichts zu lesen.

"Wir können keine militärische Mission finanzieren, bei der wir in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden sind", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel machte deutlich, dass sie und die anderen EU-Staaten in Zukunft ein anderes Verhalten Frankreichs erwarteten. Es reiche nicht aus, einen Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für eine Militärmission zu erwirken. In der gleichen Zeit müsse man eine Abstimmung mit den EU-Partnern und einen EU-Beschluss anstreben, wenn man europäische Mitverantwortung wolle. Das habe sie Hollande auch bei dem bilateralen Treffen am Mittwochabend in Paris gesagt.

Frankreich hatte zuletzt 1.600 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik geschickt, um in seiner früheren Kolonie Kämpfe zwischen christlichen Milizen und islamischen Kämpfern zu beenden. 2012 hatte Frankreich zudem in Mali eingegriffen, um islamistische Rebellen zurückzudrängen. Sowohl UN als auch EU hätten das Eingreifen in Mali und der Zentralafrikanischen Republik unterstützt, sagte Hollande. "Und die Finanzierung muss der politischen Unterstützung folgen", hatte er vor dem Gipfel gefordert. Nach den Beratungen sagte er jedoch, dass es ihm vor allem um politische Unterstützung gehe.

Hollande kündigte an, dass Polen die französische Mission in der Zentralafrikanischen Republik mit Truppen unterstützen wolle. Polen habe 50 Luftwaffen-Techniker zugesagt. Andere Länder dächten auch über personelle Hilfen, aber keine Kampftruppen nach.