Die Finanzminister der Europäischen Union haben bei ihren Verhandlungen zur Finanzierung von Pleitebanken einen Durchbruch verfehlt, sich aber zumindest auf Grundlinien eines Abkommens geeinigt. "Wir haben 95 Prozent der Wegstrecke absolviert", sagte Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. "Ich kann mir ein Scheitern nicht vorstellen."

Sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble ( CDU ) sagte, die Finanzminister hätten sich grundsätzlich verständigt. "Wir sind auf dem Wege, das hinzukriegen", sagte Schäuble. Der amtierende Vorsitzende der Ministerrunde, Litauens Rimantas Sadzius, sagte: "Es ist ein Rahmen, die Basis für einen Kompromiss in der kommenden Woche."

Viele Details müssten jedoch bei einem weiteren Finanzministertreffen am 18. Dezember besprochen werden. Das ist der Tag vor dem EU-Gipfel, bei dem das gesamte Abkommen beschlossen werden soll. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten mehrfach auf eine Einigung bei dieser wichtigen Säule der europäischen Bankenunion gedrungen.

Mehrere Minister bestätigten eine Abmachung über den stufenweisen Aufbau eines gemeinsamen EU-Abwicklungsfonds. Dieser war besonders umstritten. Er wird sich zunächst aus schon bestehenden Krisentöpfen von Mitgliedsstaaten zusammensetzen, die als solche erkennbar und den Staaten zugeordnet bleiben. Innerhalb von zehn Jahren soll der Fonds dann zu einem gesamteuropäischen Instrument ausgebaut werden, in dem nationale Abschottungen fallen. Angepeilt ist ein Umfang von bis zu 55 Milliarden Euro. Berlin wollte beim Fonds verhindern, dass deutsche Geldhäuser für Krisen in anderen Mitgliedstaaten aufkommen müssen.

Die Bankenunion ist zur Zeit das Vorzeigevorhaben der EU. Nach der schweren Finanzkrise will die Gemeinschaft damit die Finanzstabilität sichern und Steuerzahler bei der Bewältigung von Finanzproblemen von Banken entlasten. Das neue System zur Bankenabwicklung soll vollständig von 2016 an kommen, ein Jahr später als zunächst geplant. Es ergänzt die bereits vereinbarte europäische Bankenaufsicht, die im November 2014 starten wird.