Bund und Länder haben im November erneut mehr Steuern eingenommen. Das Aufkommen ohne reine Gemeindesteuern stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,9 Prozent auf 39,5 Milliarden Euro, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Die dem Bund zustehenden Steuern nahmen um 4,7 Prozent zu, die Ländersteuern sogar um 8,4 Prozent. Nach elf Monaten ergibt sich für Bund und Länder ein Einnahmeplus von 3,3 Prozent auf 494,97 Milliarden Euro. Der laufende Dezember gilt zudem als besonders starker Monat für den Fiskus. Die Steuerschätzer rechnen deshalb für 2013 insgesamt mit einem Plus von 3,4 Prozent.

Da die Bürger weniger rauchten und Kaffee tranken, nahm der Bund hier im November zwar deutlich weniger ein. Auch die Einnahmen aus der Kraftfahrzeugsteuer schrumpften. Diese Lücken wurden aber mehr als ausgeglichen durch Zuwächse bei Steuern auf Energie, bei der Versicherungssteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Abgabe auf Flugtickets.

Wegen der gestiegenen Steuereinnahmen in diesem Jahr wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wohl weniger neue Schulden machen als vorgesehen. Angesichts aktueller Daten und Entwicklungen "erscheint es gesichert, dass die für das Jahr 2013 geplante Nettokreditaufnahme von 25,1 Milliarden Euro nicht in voller Höhe benötigt wird", heißt es im Monatsbericht. Wie deutlich diese Marke unterschritten wird, ließ das Finanzministerium offen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sinken in Deutschland nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts inzwischen die Staatsschulden – wenn auch nur leicht. Ende September standen Bund, Länder und Gemeinden noch mit 2024 Milliarden Euro in der Kreide, fast 40 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.