1. Irgendwo auf der Welt wird es geschehen. Apple wird sein 500-Millionstes iPhone verkaufen. Es wird wohl Sommer sein, das Geschäft wird keine Schlagzeilen machen, der Käufer wird davon nichts merken. Doch es bedeutet, dass rein rechnerisch rund jeder 14. Mensch auf der Erde ein iPhone besitzen wird. Dass es so kommen wird, ist im Grunde ausgemacht: Schon im Oktober 2013 hatte Apple rund 420 Millionen Exemplare verkauft. Zuletzt waren es jedes Jahr mehr als 120 Millionen. Das iPhone bleibt damit unangefochten das beliebteste Telefon der Welt. Zumindest vorerst. 

2. Tritt nicht sofort und unerwartet Frieden ein, werden im nächsten Jahr im Syrien-Krieg mehr als 150.000 Menschen gestorben sein. Zum Vergleich: Im zweiten Irakkrieg sind je nach Schätzung zwischen 100.000 und 600.000 Menschen getötet worden. Die Zahl der Flüchtlinge wird im kommenden Jahr selbst nach vorsichtigen Schätzungen die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan übersteigen. Rund vier Millionen Menschen aus Syrien werden den Vereinten Nationen zufolge im kommenden Jahr auf der Flucht sein. Dennoch werden die Opfer des syrischen Krieges, der so zäh, brutal und abgeschieden von der Öffentlichkeit verläuft, im Westen weiter weniger Beachtung finden als die anderer Kriege zuvor. 

3. Auf der Erde werden weitere Tierarten verschwinden. Mit ziemlicher Sicherheit trifft es das Nördliche Breitmaulnashorn, eines der größten Säugetiere der Welt. Derzeit gibt es noch vier Exemplare in einem Nationalpark in Kenia. Die Umweltschutzorganisation WWF rechnet fest damit, dass die Tierart das nächste Jahr nicht überleben wird. Wilderer machen Jagd auf das Horn des Nashorns, ihre Beute ist auf dem Markt viel Geld wert: In Vietnam gelten die Hörner als Statussymbol, in China als Heilmittel gegen Krankheiten wie Krebs. Ein Mythos: Eine Wirkung konnte noch nie nachgewiesen werden.

4. In Deutschland setzt sich ein ökonomisches Wunder fort. Ende 2014 werden mehr Menschen in Deutschland leben als noch in diesem Jahr – und insgesamt mehr Menschen, die arbeiten. Zwar schrumpft die deutschstämmige Bevölkerung im kommenden Jahr aus demografischen Gründen um rund 200.000 Einwohner. Aber die Zahl der Einwanderer betrug unter dem Strich zuletzt rund 400.000 und es ist nicht damit zu rechnen, dass sie nächstes Jahr sinken wird. "Es müsste schon eine große neue Finanzkrise kommen, damit die Bevölkerung in Deutschland im nächsten Jahr schrumpft", sagt der Nürnberger Migrationsforscher Herbert Brücker. Für den Arbeitsmarkt bedeutet das: Selbst wenn einige der neuen Einwanderer nicht sofort einen Job finden werden, steigt die Beschäftigung weiter an.

5. "Bitte schalten Sie alle elektronischen Geräte bei Start und Landung aus." Der Spruch, den jeder Flugreisende kennt, wird im kommenden Jahr der Vergangenheit angehören. Nachdem die US-Luftfahrbehörde schon Ende Oktober die Verbote lockerte, zieht die Europäische Agentur für Flugsicherheit jetzt nach: Im neuen Jahr werden elektronische Geräte wie Handy, Tablet und E-Reader auch während Start und Landung erlaubt sein. Zwar nur im Flugmodus, Telefonieren und Surfen geht also bei den meisten Fluglinien weiterhin nicht. Die Reiseführer-App oder die Lieblingsserie auf dem Tablet sind aber drin.

6. Der Westen wird in Afghanistan bleiben – auch wenn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit im Moment eine andere ist. Zwar verlässt die Nato mit ihren Verbündeten im kommenden Jahr offiziell Afghanistan. Doch das heißt nicht, dass am Hindukusch keine Soldaten mehr sein werden. Auch nach dem Abzug der Soldaten der Schutztruppe Isaf werden bis zu 12.000 Soldaten des Westens das afghanische Militär unterstützen. Auch die Bundeswehr wird 600 bis 800 Soldaten für die Mission zur Verfügung stellen. Einzig die Unterschrift des afghanischen Präsidenten Karsai fehlt noch – er will das brisante Thema seinem Nachfolger überlassen.