Die Inflation wird in diesem Jahr die Einkommenssteigerungen wohl aufzehren: Für 2013 zeichne sich nach den Ergebnissen der ersten drei Quartale ein Reallohnverlust ab, teilte das Statistische Bundesamt mit . Demnach stiegen die Löhne in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2012 um 1,4 Prozent – die Verbraucherpreise aber um 1,6 Prozent. 

Die Reallöhne sanken den Angaben zufolge im dritten Quartal so stark wie seit gut vier Jahren nicht mehr. Nach Abzug der Inflation hatten die Arbeitnehmer 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zwar stiegen die Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer um 1,3 Prozent. Die Verbraucherpreise legten aber mit 1,6 Prozent stärker zu und zehrten die Lohnzuwächse wieder auf.

 

Damit zeichnet sich dem Bundesamt zufolge auch für das Gesamtjahr erstmals seit dem Krisenjahr 2009 "ein geringer Reallohnverlust ab". 2012 hatte es noch ein reales Plus von 0,5 Prozent gegeben, 2011 von 1,2 Prozent und 2010 von 1,5 Prozent.

Industrie-Beschäftigte haben mehr

Den vergleichsweise mageren Lohnzuwachs erklären die Statistiker mit deutlich geringeren Einmalzahlungen im Dienstleistungsbereich: "Vor allem im Bereich der Banken und Versicherungen sowie in der öffentlichen Verwaltung". Dadurch legten die Bruttomonatsverdienste der dort Beschäftigten im Schnitt nur um 0,7 Prozent zu. Besser sieht es in der Industrie aus: Die Beschäftigten des Produzierenden Gewerbes erhielten 2,3 Prozent mehr, wodurch sie auch real mehr bekamen und ihre Kaufkraft steigern konnten.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente in Deutschland im dritten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3.462 Euro brutto im Monat. Das meiste Geld erhielten Vollzeitbeschäftigte bei Banken und Versicherungen (4.576 Euro), in der Energieversorgung (4.510 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (4.501 Euro). Am wenigsten bekamen die Beschäftigten im Gastgewerbe mit 2.012 Euro.