Im monatelangen Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels haben die Verhandlungspartner in Baden-Württemberg einen Durchbruch erzielt. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter hätten sich auf Gehaltssteigerungen von insgesamt 5,1 Prozent geeinigt, teilten die Gewerkschaft ver.di und der Handelsverband in Stuttgart mit.

Die rund 220.000 Beschäftigten sollen danach rückwirkend zum 1. Juli 2013 eine Lohnsteigerung von 3 Prozent bekommen. Zum 1. April 2014 würden die Tariflöhne dann um weitere 2,1 Prozent steigen. Außerdem sei der Manteltarifvertrag wieder eingesetzt worden.

Der Durchbruch könnte bundesweit Signalcharakter für die Branche haben. Es gibt zwar keinen bundesweiten Tarifvertrag, die Ergebnisse in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen galten zuletzt aber häufig als Vorlage. In ganz Deutschland hat ver.di die Beschäftigten seit Monaten zu Warnstreiks mobilisiert.

Die Gewerkschaft ver.di hatte Änderungen am Manteltarifvertrag komplett abgelehnt. Die Arbeitgeber wollten das Regelwerk hingegen ändern, da sie es für veraltet halten. Die Reform der Tarifverträge soll nun im kommenden Jahr verhandelt werden.