Wegen der politischen Krise in der Türkei hat die dortige Landeswährung stark an Wert verloren. Im Handel mit dem US-Dollar lag der Wert der türkischen Lira so niedrig wie nie zuvor: Für einen Dollar mussten zeitweise 2,1761 Lira gezahlt werden.

Auch der Aktienindex der Börse ISE 100 in Istanbul gab am Vormittag zwischenzeitlich um 3,76 Prozent nach, nachdem er am Donnerstag bereits um 2,33 Prozent und am Mittwoch um 4,2 Prozent gefallen war. Damit hat der türkische Leitindex auf Wochensicht bislang rund elf Prozent eingebüßt.


Angesichts weitreichender Korruptionsvorwürfe gegen seine Vertrauten hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch seine Regierung neu aufgestellt. Bei einer umfassenden Kabinettsumbildung tauschte er zehn Minister aus. Hintergrund ist ein Machtkampf mit der Bewegung des einstigen Erdoğan-Verbündeten und Predigers Fethullah Gülen, der im Exil in den USA lebt.

Zinsen für Staatsanleihen steigen

Bei der richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihe stieg die Rendite im Vormittagshandel um 0,46 Prozentpunkte auf 10,27 Prozent. Zuvor hatte die Rendite bei 10,33 Prozent den höchsten Stand seit 2010 erreicht. Vor Beginn der aktuellen Krise in Ankara Mitte Dezember lag der Zinssatz für zehnjährige Papiere noch bei rund 9,3 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit von zwei Jahren.

Die türkische Notenbank hatte am Dienstag angekündigt, bis zum Jahresende einen Teil ihrer Dollar-Reserven zu verkaufen. Bis zum 31. Dezember sollten dem Markt so täglich 450 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden, im Januar insgesamt drei Milliarden Dollar. Damit solle die Währung gestützt werden, die seit Januar dieses Jahres 15 Prozent an Wert verloren hat.