Mehrere internationale Großbanken stehen im Verdacht, massiv Währungskurse manipuliert zu haben. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf Finanzbehörden in Europa, den USA und Asien, die demnach bereits seit Monaten gegen Geldinstitute in Europa, den USA und Asien ermitteln. Die Banken würden auch der illegalen Absprache verdächtigt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Banken Geschäfte mit fremden Währungen in der Absicht getätigt haben, den Kurs zu einer bestimmten Uhrzeit zu beeinflussen und so mittels Kurswetten Gewinne einzunehmen. Auf dem globalen Devisenmarkt, schreibt die Süddeutsche , würden täglich 5,3 Billionen Dollar umgeschlagen – der Skandal hätte also größere Ausmaße als der Libor-Skandal , bei dem Banken die Referenzzinsen manipuliert haben sollen.

Anhaltspunkte für einen solchen Verdacht hatten sich bereits im Oktober ergeben, als die Schweizer Finanzaufsicht mitgeteilt hatte, gegen mehrere Schweizer Institute zu ermitteln. Die deutsche Bankenaufsicht Bafin soll seit dem Sommer Ermittlungen aufgenommen haben. "Wir haben bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen involviert waren", sagte Bafin-Chef Raimund Röseler der Süddeutschen . Die Untersuchungen seien aber noch nicht beendet.

Ermittlungen bei der Deutschen Bank

Im Fokus der Finanzkontrolleure dürfte dabei vor allem die Deutsche Bank stehen, hält sie doch mit rund 15 Prozent den größten Marktanteil im globalen Devisenhandel. Nach Informationen der SZ hat die Deutsche Bank bereits umfangreiche interne Ermittlung begonnen, bei der unter anderem E-Mails und Protokolle von bankinternen Chatrooms ausgewertet werden.

Sowohl die größte deutsche Bank als auch die Bundesregierung äußern sich zurückhaltend zu den Ermittlungen. Ein Sprecher des Finanzministeriums allerdings stellte in der SZ bereits Konsequenzen in Aussicht : "Sollten sich die ersten Vermutungen bestätigen", könne es nötig werden, die Regeln für den Devisenmarkt zu ändern.