Die Europäische Union verabschiedet sich offenbar von ihren Klimazielen. Die Mitgliedsländer sollen sich künftig nicht mehr verbindlich zu konkreten Zielen beim Ausbau erneuerbarer Energien verpflichten müssen, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Europäische Kommission.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso plädiere dafür, die Pflicht der Länder, den Anteil der Öko-Energien am Energiemix zu steigern, 2020 auslaufen zu lassen, schreibt die Zeitung. Die EU solle sich nur noch europaweit auf ein Ziel festlegen, das dann bei etwa 24 bis 27 Prozent liegen soll. Bis 2030 werde demnach kein weiteres verbindliches Ziel vereinbart werden. Den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern wäre damit das einzig verbliebene verbindliche Ziel der EU in den kommenden Jahren.

Bislang hatten sich die europäischen Staaten auf drei verbindliche Ziele festgelegt und galten damit als Vorreiter beim Klimaschutz. Der Ausstoß von Treibhausgasen sollte bis 2020 um 20 Prozent reduziert werden, während der Anteil der erneuerbaren Energien um 20 Prozent steigt. Ein weiteres Ziel war es, Energie bis zu dem Zeitpunkt um 20 Prozent effizienter einzusetzen.

Die Kommission will die neuen Ziele den Angaben zufolge in einer Woche vorstellen. Sie seien Teil eines Pakets zur europäischen Klima- und Energiepolitik bis 2030. Zudem bilden sie die Basis des Verhandlungsmandats, mit dem die Europäer kommendes Jahr nach Paris fahren, um ein neues weltweites Klimaabkommen auszuhandeln.