In der Affäre um mutmaßliche Korruption in Griechenland steigt der Druck auf drei verdächtigte deutsche Firmen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung liegen der griechischen Staatsanwaltschaft die Namen von sechs deutschen Geschäftsleuten vor, die auf Schmiergeldzahlungen an Amtsträger gedrängt oder davon gewusst haben sollen. Einige sollen sich auch persönlich bereichert haben. Das hätten die ehemaligen Mittelsmänner Panos Efstathiou und Dimitrios Papachristou bei ihren Verhören ausgesagt.

Betroffen sind dem Bericht zufolge die Unternehmen Atlas, Rheinmetall und Wegmann. Bei den beanstandeten Rüstungsgeschäften handele es sich um die Modernisierung von U-Booten der Klasse Poseidon, Lieferungen des Flugabwehrsystems Asrad durch Rheinmetall sowie des Artilleriesystems PzH 2000 durch Wegmann.

Rheinmetall teilte der Zeitung zufolge mit, das Unternehmen habe keine unzulässigen Zahlungen veranlasst. Verantwortliche der Firma Atlas Elektronik aus Bremen sagten hingegen, das Unternehmen kooperiere "vollumfänglich" mit den Behörden und untersuche die Vorwürfe auch selbst. Kraus-Maffei Wegmann äußerte sich nicht zu den Vorwürfen gegen sein Vorgängerunternehmen Wegmann.

Die Geständnisse von Efstathiou und Papachristou belasten auch Antonios Kantas. Der ehemalige Spitzenbeamte im griechischen Verteidigungsministerium soll wiederholt Bestechungsgeld angenommen haben. Laut Süddeutscher Zeitung gab er zu, insgesamt acht Millionen Euro Schmiergeld erhalten zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit Monaten wegen mutmaßlicher Bestechung griechischer Beamter durch Rheinmetall und Atlas bei Poseidon und Asrad.