Rund 80 Milliarden Zigaretten wurden im vergangenen Jahr in Deutschland versteuert, so wenig wie seit Jahrzehnten nicht. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Unsere Grafik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat, zeigt den langfristigen Trend: Er ist rückläufig. Das gilt sowohl für Zigaretten als auch für Feinschnitt, Zigarren und Zigarillos. 

Der wichtigste Grund dafür: Es wird schlicht weniger geraucht in Deutschland. Die Zahl der Raucher sank auch deshalb, weil die rot-grüne Bundesregierung Anfang der Nuller Jahre die Tabaksteuer schrittweise drastisch anhob. Die Reaktion der Raucher lässt sich in unserer Grafik gut erkennen: Die Zahl der versteuerten Zigaretten sank bis zum Jahr 2005 auf unter 100 Milliarden. Auch die zahlreichen Rauchverbote, welche die Bundesländer in den vergangenen Jahren einführten, lassen Raucher seltener zur Zigarette greifen.

Allerdings wäre es auch falsch, von den Daten auf die Zahl der tatsächlich gerauchten Zigaretten zu schließen. Denn mit steigenden Tabaksteuern wächst auch der Schwarzmarkt und der illegale Import von Zigaretten. Die Zahl der tatsächlich gerauchten Zigaretten dürfte also höher liegen. Und: In anderen Ländern – vor allem in den Schwellenländern – wächst die Zahl der Raucher. Dort machen die Tabakkonzerne noch immer ein gutes Geschäft.