Die Staatsanwaltschaft Köln und die Steuerfahndung Wuppertal ermitteln nach Informationen des Spiegels gegen etwa 50 Kunden eines Schweizer Ablegers der israelischen Bank Leumi. Demnach durchsuchten zirka 100 Fahnder im Dezember eine Woche lang die Privatwohnungen der Verdächtigen. Leumi bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass gegen Kunden ermittelt werde, die den deutschen Behörden ausländische Konten nicht offengelegt haben sollen.

Die Untersuchungen sind dem Spiegel zufolge nach dem Kauf einer neuen Steuer-CD eingeleitet worden. Das Land Nordrhein-Westfalen habe die Daten im Frühjahr 2013 angeboten bekommen und im Spätherbst gekauft. Insgesamt sollen die Namen von mehr als 100 deutschen Kunden auf der CD gespeichert sein.

Das Anlagevolumen pro Kunde sei höher als bei bisherigen Steuer-CDs, heißt es weiter. Einer der potenziellen Steuerbetrüger soll 80 Millionen Euro auf Schweizer Leumi-Konten angelegt haben, wird unter Berufung auf Justizkreise berichtet. Zudem lägen die Daten mehrerer prominenter Kontoinhaber vor.

Seit dem Kauf der ersten Steuer-CD im Jahr 2010 sind vermehrt Daten aus Nachbarländern erworben worden. Die Zahl der Selbstanzeigen deutscher Steuerhinterzieher hatte sich daraufhin im vergangenen Jahr verdreifacht. Die Chance auf Straffreiheit durch eine Selbstanzeige und Nachzahlung hat dem Staat laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung in den vergangenen Jahren Einnahmen von etwa 3,5 Milliarden Euro gebracht.